Montag, 26. September 2011

Paleo Ernährung auf dem Prüfstand

 Dass Essen bzw. Ernährung schmecken muss sollte klar sein. Immer mehr Menschen kommen jedoch auch auf den Trichter dass Ernährung auch funktionieren muss, sprich neben einem Sättigungsgefühl auch für anhaltende körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit sorgen muss.


"Wir essen um zu leben und leben nicht um zu essen"

könnte man sagen was nicht heißen soll dass Sie ihr Fleisch noch Körperwarm und roh auf einer Waldlichtung verzehren sollen wo Sie gerade ein Reh erlegt haben. 

Man sollte aber auch nicht nur ästhetischen Belangen den Vorzug geben sondern vor allem darauf achten dass ein paar der hier schon oft genannten Grundregeln eingehalten werden, z.B. kein verpacktes Essen, keine Lebensmittel mit mehr als 5 Zutaten oder solchen die Sie nicht kennen, keine Lebensmittel die Gesundheitsversprechen machen, essen Sie wie ein Omnivore (Allesfresser). Wer die Regeln ausführlicher lesen möchte dem sei zu diesem Blog-Artikel geraten.

Letztendlich läuft alles auf das hinaus was man schon seit längerem als Paleo-Diet oder auch Hunter-Gatherer Diet = Steinzeit-Ernährung bezeichnet. Gibt es mittlerweile auch jede Menge Bücher dazu wobei meiner Meinung nach das Werk "The Paleo Diet"von Loren Cordain immer noch den Standard vorgibt - auch in Deutsch erhältlich.

Grundsätzlich kann man eine Paleo-Ernährung recht flexibel gestalten. Für die meisten meiner Kunden z.B. ist schon sehr viel erreicht wenn man von einer Paleo-ähnlichen Ernährung sprechen kann da sich einige Mahlzeiten einfach nicht 100% Paleo durchziehen lassen (z.B. in einem Restaurant). 
Die Basis einer solchen Ernährung bilden:
  1. Pflanzliche Produkte wie vor allem Gemüse, Kräuter + Gewürze, Nüsse und in kleinen Mengen auch Beeren oder andere Früchte. Und NEIN: Wein oder Vodka sind in diesem Sinne keine  pflanzlichen Produkte!
  2. Fleisch, insbesondere mageres Fleisch wie Pute, Hähnchen, Fisch aber auch Rindfleisch und Wild. Und NEIN: eine verpackte Saitenwurst ist nicht wirklich Paleo!
  3. Gesunde Fette wie Kokosfett, Butter, Olivenöl. Alle anderen Öle und Fette sind für den Abfall oder Bio-Motoren gut.
  4. Wasser das im Grunde die einzige Flüssigkeitszufuhr repräsentieren sollte.
Vor allem aber geht es um die Dinge die wegfallen und nicht gegessen werden sollten:
  1. Käse
  2. Milchprodukte
  3. Weizenprodukte aller Art
  4. Brot
  5. Nudeln
  6. Reis
  7. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, etc.
  8. Säfte
  9. Süßigkeiten
  10. Alkohol
  11. Saucen, usw.
Liest sich auf den ersten Blick doch recht Spaß-befreit. Wenn man sich jedoch damit aktiv auseinandersetzt, sich darauf einlässt und ein paar Rezepte ausprobiert (von denen es z.B. in oben genannten Buch jede Menge gibt) wird man sehen dass mehr Vielfalt und Geschmack geboten ist als man für möglich hält. 


Aber warum überhaupt eine Paleo-Ernährung???

Gute Frage! Die ganze Arbeit (und zu Beginn ist es in der Tat ein wenig Arbeit) soll sich ja auch lohnen. Und in der Tat: Eine Paleo- oder Paleoähnliche-Ernährung erhöht zum einen Ihre Chancen dauerhaft Körperfett zu verlieren dramatisch. Auf der anderen Seite wird man zu 100% Verbesserungen in Punkten wie geistiger Fokus und einigen anderen relevanten Gesundheitsparameter feststellen. Dass sich das auch messen lässt zeigt unter anderem diese Studie in der man die kurzfristigen Auswirkungen einer solchen Ernährung auf Parameter u.a. wie Blutdruck, LDL-Cholesterin oder Insulinsensibilität bei Übergewichtigen untersuchte. 
In 100% der Probanden zeigten sich signifikante Verbesserungen wobei ich hier erwähnen muss dass die Studien mit 9 Probanden eher klein gehalten war. Allerding wird man auch problemlos bei der Suche nach größeren Studien fündig. 
Das Interessante hier ist auch dass darauf geachtet wurde dass es zunächst zu keinerlei Gewichtsverlust kam. Dennoch waren die Verbesserungen extrem, betrachtet man den recht kurzen Zeitraum von 10 Tagen der nach Paleo-Richtlinien durchgezogen wurde.

Fazit:
Man kann auch mit einer Paleo-Ernährung problemlos sein Gewicht halten oder sich daran fett essen. Am Ende des Tages zählen nunmal auch die Kalorien. Wie sich diese zusammensetzen hat jedoch dramatische Auswirkungen auf körperliche und mentale Gesundheit. Wer also Gewicht bzw. Körperfett verlieren möchte dem bleibt auch hier ein wenig Maß halten nicht erspart. Allerdings schafft eine Paleo-Ernährung aufgrund der günstigen Energiedichte (viel Gemüse, viel Ballaststoffe, gute Fette) die optimalen Voraussetzungen dafür den Stoffwechsel auf ein günstiges Niveau zu heben so dass Körperfett wesentlich leichter mobilisiert wird. 
Eine Paleo-Ernährung (oder für den Anfang eine Paleoähnliche Ernährung) versorgt Sie - Ihr Gehirn und Ihren Körper - mit mehr Energie. Energie für workouts die Ihnen helfen Muskeln auf- und Fett abzubauen. Energie die Ihnen hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Energie die es Ihnen leicht macht Dinge zu planen und eventuell auftretende Schwierigkeiten einzuplanen. Energie die nicht verloren geht weil man von ständigen Entzündungsherden, sei es im Darm oder den Muskeln und Gelenken, geplagt ist. 

Kurz: Eine nahezu 100%ig durchgezogenen Paleo-Ernährung ist etwas das ich gar nicht genug empfehlen kann. 
Jeder meiner Kunden wird dies bereits nach ein paar Tagen bestätigen. Probieren Sie es aus!

In diesem Sinne eine gesunde und erfolgreiche Woche!!

2 Kommentare:

Andre Schneider hat gesagt…

Ich denke dass dahinter z.T. ein guter Ansatz steckt. Doch kann ich nicht bestätigen dass 100% Paleo Sinn macht, da selbst der Einsatz von Ölen hier strittig ist. Genauso das Verzichten auf Milchprodukte wie Magerquark, welcher sehr viele positive Eigenschaften besitzt, sehe ich als sehr kritisch an.

Ich denke dass man den low-carb oder LOGI-Ansatz als besseres Beispiel sehen sollte, denn es bestimmt genauso gut geeignet um Körperfett abzubauen oder um ein bestimmtes Gewicht zu halten.

Andre Schneider hat gesagt…

Ich denke dass dahinter z.T. ein guter Ansatz steckt. Doch kann ich nicht bestätigen dass 100% Paleo Sinn macht, da selbst der Einsatz von Ölen hier strittig ist. Genauso das Verzichten auf Milchprodukte wie Magerquark, welcher sehr viele positive Eigenschaften besitzt, sehe ich als sehr kritisch an.

Ich denke dass man den low-carb oder LOGI-Ansatz als besseres Beispiel sehen sollte, denn es bestimmt genauso gut geeignet um Körperfett abzubauen oder um ein bestimmtes Gewicht zu halten.